Die MEA – Schlüsselkomponente für Elektrolyseure und Brennstoffzellen
Grüner Wasserstoff gewinnt zunehmend an Bedeutung – und mit ihm die Herstellung leistungsfähiger Membran-Elektroden-Einheiten (MEA). Als Herzstück von Elektrolyseuren und Brennstoffzellen bestimmen MEAs maßgeblich Effizienz, Lebensdauer und Wirtschaftlichkeit dieser Systeme.
Aktuelle Qualitätssicherungsverfahren, insbesondere die vollständige Aufnahme von I‑V-Kennlinien (Strom-Spannungs-Kurven), sind jedoch zeitaufwendig, laborgebunden und für die industrielle Massenproduktion kaum geeignet. Die Folgen: Unsicherheiten in der Qualität, höherer Ausschuss und steigende Kosten.
KI-gestützte Inline-Qualitätssicherung
Das Projekt KIMEA adressiert diese Herausforderung mit einem innovativen Ansatz: Ein KI-gestütztes Inline-Qualitätssicherungssystem prognostiziert auf Basis von Prozess-, Sensor- und Maschinendaten die elektrochemische Leistungsfähigkeit der MEA bereits während der Produktion. Dadurch können fehlerhafte Produkte frühzeitig erkannt und aussortiert werden – direkt im Fertigungsprozess.
Die Umsetzung erfolgt über ein Edge Device, das sich flexibel in neue und bestehende Produktionsanlagen integrieren lässt – unabhängig von Hersteller oder Systemarchitektur.
Unterstützung durch ein integriertes Sprachmodell
Ein eingebundenes, LLM-basiertes Sprachmodell analysiert komplexe Prozessdaten und unterstützt das Bedienpersonal mit verständlichen Handlungsempfehlungen auf Anfrage. So wird die Bedienung erleichtert und die Prozesssicherheit erhöht – auch ohne tiefgehendes Expertenwissen.
Entwicklung und Validierung mit realen Produktionsdaten
Für das Training der KI erzeugt das Fraunhofer IPT umfangreiche, strukturierte Datensätze an einer eigenen Versuchsanlage und verknüpft diese mit real gemessenen Leistungswerten.
Die Validierung erfolgt schrittweise:
- an der institutseigenen Anlage
- im realen Produktionsumfeld beim Projektpartner Laufenberg
Flexibel einsetzbar in unterschiedlichen Produktionsumgebungen
Ein zentraler Fokus des Projekts liegt auf der Übertragbarkeit der KI-Modelle.
Untersucht wird, inwieweit sich die entwickelten Lösungen auf verschiedene Anlagenkonfigurationen, Produktionsbedingungen und Materialsysteme (z. B. Tinten) anwenden lassen.
Ziel ist ein skalierbares und vielseitig einsetzbares Qualitätssicherungssystem für die industrielle Fertigung.
Rolle des Fraunhofer IPT
Als Projektkoordinator stellt das Fraunhofer IPT die zentrale Infrastruktur zur Datenerfassung bereit und übernimmt:
- Entwicklung der Datenerfassungsumgebung
- Integration neuer Sensorik
- Durchführung automatisierter Versuchsreihen
- Training und Evaluation der KI-Modelle
- Integration von KI und Sprachmodell in die Anlage
- Validierung des Gesamtsystems
- Implementierung des Edge Devices
- Analyse der Übertragbarkeit auf neue Materialien und Prozesse
- Mehr Infos zum Projekt hier.
Projektpartner
- Fraunhofer-Institut fürProduktionstechnologie IPT
- Werkzeugmaschinenlabor WZL der RWTH Aachen
- MT Analytics GmbH
- Laufenberg GmbH (Krefeld)
- Siemens AG
Förderung
Das Forschungsprojekt KIMEA wird gefördert durch die Europäische Union und das Land Nordrhein-Westfalen im Rahmen des Programms EFRE/JTF – NEXT.IN.NRW.
- Förderkennzeichen: 20801734
- Projektträger: Projektträger Jülich (PtJ)